Gero Schomberg ist ein Mann der ersten Stunde des Burgverein Reifenberg. Gerne schlüpft er in die Rolle des edlen Ritters zu Reifenberg. Als begnadeter Dichter hat er schon so manche Moritat rund um die Burg verfasst und mit Herzblut vorgetragen. Nachfolgend sein "Ritterlicher Prolog", in dem er die Reifenberger Bürger auffordert, etwas zur Erhaltung ihrer Burg zu tun.

Ritterlicher Prolog

 

Erschrecket nicht, Ihr Reifenberger,

ich konnt´ nicht anders, ich komme selber

von meiner Burg, das heißt dem Reste,

einst war sie eine stolze Feste,

war nicht nur Wehr- und Trutzburg damals,

erfüllt mit Leben und so war´s halt,

auch kultureller Mittelpunkt,

der Bürger Treffpunkt aus dem Rund.

 

Das, was Ihr hier seht, bin ich nicht mehr,

das, was Ihr seht, das ist hier:

mein Rittergeist! Er soll beseelen,

an Mut und Kraft soll´s Euch nicht fehlen,

hier droben die Burg Reifenberg,

im Lauf der Zeiten nur noch ein zwerg,

zu retten sie, denn auch die Kleinen

können Pracht und Stolz vereinen.

 

Mein Rittergeist soll Euch bestärken,

dass Ihr beginnt und geht ans Werken,

damit nicht Gleichmut und Verfall

Euch nimmt die Burg von Mal zu Mal.

 

Der Mensch braucht immer einen Traum,

er ist sein stiller Lebensraum,

doch kann zur Wirklichkeit er werden,

wenn Wunsch und Streben ein Begehren.

Bewahret das Alte, das Schöne, das Gute,

es ist für die Seele, den Geist und die Muse.

Lasset Vergang´nes, die Geschichte nicht missen,

macht Eure Väter nicht vergessen,

erhaltet was noch vorhanden ist,

die Kinder wissen es sonst nicht,

welch´ruhmreich Bauwerk hier gestanden,

ein wertvoll Kunstwerk würd´ versanden.

 

Ihr sollt nicht streiten, was falsch, was richtig,

allein das Dass, das ist hier wichtig,

dass Ihr bewahret und behaltet,

dass Ihr verehret und verwaltet,

was einst der Ahnen höchstes Gut,

hier unter der Asche ist immer noch Glut.

 

So fachet damit ein Feuer an,

das weit und breit man sehen kann,

ein Feuer Eurer Leidenschaft

für diese einst´ge Burgenpracht!

Burg Reifenberg, Du meine Feste,

das, was geblieben, Deine Reste,

sind immer noch erhaltenswert.

Ich leist´ den Schwur mit meinem Schwert,

dass diese Bürger Dir zu Füßen,

dies wissen, sonst sie büßen müssen,

dass eines Tages öd und leer

der Berg wird sein, die Herzen schwer.

 

Drum Bürger alle packt es an,

seid sicher, dass man´s schaffen kann.

Dies sind nicht etwa nur Visionen,

es sind Gedanken, die sich lohnen.

Denn Einigkeit macht Kleines groß

und führt auch Gegensätzliches Zusammen,

Uneinigkeit stellt leider bloß,

dass große Dinge sind rasch vertan.

 

Ihr habt den ersten Schritt getan,

der Burgverein ganz vorne an.

Ich geb´ Euch Kraft und Geist und Seele,

macht weiter so auf diesem Wege!

Der mensch braucht strebend stets ein Ziel,

dann wird´s gelingen, so Gott will.

 

Lebt wohl, Ihr lieben Reifenberger,

ich bin gewiss, jetzt reifen Bürger,

die vorher sich nicht einig waren,

zur Gemeinschaft einer wahren,

die fortan nur noch eins im Sinn:

Burg Reifenberg, Du gehst nicht hin,

wir retten Dich, Du unsre Burg,

wir retten Dich, hab´  keine Furcht,

wir retten Dich, hab´ Zuversicht!

Lebt wohl, bis bald, jetzt gehe ich.